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Schloss Neuschwanstein in Hohenschwangau

In der Nähe der Stadt Füssen im Allgäu, oberhalb von Hohenschwangau, steht eine der berühmtesten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands – das Schloss Neuschwanstein. Dieser ab 1869 für den ehemaligen bayerischen König Ludwig II. errichtete Prachtbau zieht jährlich weit über eine Million Menschen in seinen Bann.

Schloss Neuschwanstein steht auf einem zerklüfteten Felsen, inmitten einer wunderschönen Voralpenlandschaft mit zahlreichen Bergen und idyllischen Gewässern. Das Schloss erinnert von außen an eine romantische und prächtige Burg aus dem Mittelalter.

Alpsee
Die Innenräume schaffen mit wertvollen Kunstgegenständen, Gemälden, luxuriösen Möbeln, Wandmalereien und überreichlich Gold und Glitzer eine wahrlich königliche Atmosphäre. Schloss Neuschwanstein ist das berühmteste aller Schlösser des beliebten Märchenkönigs Ludwig II. Heutiger Eigentümer ist der Freistaat Bayern. Wie bewundert und angesehen dieses imposante Bauwerk ist, sieht man unter anderem daran, dass die Disney Studios es als Vorbild für ihr Dornröschen-Schloss nahmen und, dass es im Jahre 2007 in der Endrunde bei der Wahl zu den neuen sieben Weltwundern war. Neuschwanstein kann das ganze Jahr über täglich besichtigt werden. Aus Sicherheitsgründen ist eine Besichtigung allerdings nur geführt möglich. Tickets dafür erhält man – vor Ort oder im Internet – beim Ticketcenter Hohenschwangau. Direkt gegenüber steht das Schloss Hohenschwangau, ein romantisches Wohnschloss, in dem König Ludwig II. große Teile seiner Kindheit und Jugend verbrachte.

Schloss Neuschwanstein
Die Geschichte des Schlosses

Ursprünglich standen dort, wo sich heute das Schloss befindet, die beiden Burgen Vorderhohenschwangau und Hinterhohenschwangau. Sie dienten den Herren von Schwangau im Mittelalter als Wohnsitz, verfielen dann aber im Laufe der Jahrhunderte zu Ruinen. Im 19. Jahrhundert entdeckte König Ludwig II. diese Ruinen bei einem seiner zahlreichen Ausflüge in die Natur rund um das Schloss Hohenschwangau, in dem er oft verweilte. Nachdem er 1864 zum König von Bayern geworden war, erinnerte er sich an die Burgruinen und in ihm keimte das Vorhaben auf, die Burg Vorderhohenschwangau im Stil einer alten Ritterburg neu aufzubauen. Bei Reisen in den folgenden Jahren ließ er sich inspirieren. Insbesondere die Wartburg bei Eisenach und das Schloss von Pierrefonds beeindruckten ihn sehr, da sie genau seiner romantischen Vorstellung des Mittelalters entsprachen. Die Wandmalereien und Bilder im Schloss erzählen aus der Welt der Sagen und Märchen. Für Ludwig passte das ideal zu seinem Sinnbild einer romantischen mittelalterlichen Burg und außerdem wurden diese Sagen und Märchen oft in den Werken des Komponisten Richard Wagner thematisiert, von dem Ludwig ein großer Freund und Verehrer war. In einem Brief schrieb er diesem sogar, dass er Neuschwanstein ihm zu Ehren als eine Art Freundschaftstempel plane. Als Ludwig 1868, nach dem Tod seines Großvaters Ludwig I., große Summen Geld erbte, standen ihm die finanziellen Mittel zur Verfügung den Bau des Schlosses zu realisieren. Für die Entwürfe beauftragte er den Theatermaler Christian Jank und für die praktische Umsetzung den Architekten Eduard Riedel. Im Jahre 1869 wurde schließlich mit dem Bau begonnen. Da Ludwig II. die ihm vorgelegten Entwürfe häufig ablehnte oder abänderte, zögerte sich die Fertigstellung in der Folge sehr hinaus. Ursprünglich sollte das Schloss bereits 1872 fertig sein; so wurde es erst 1886 vollendet. Berühmte Räumlichkeiten Neuschwansteins wie der große Thronsaal oder der Maurische Saal waren eigentlich zunächst gar nicht geplant gewesen. Ab 1884 war das Schloss zu großen Teilen bewohnbar, sodass der König von da an bis zu seinem Tod 1886 für insgesamt 172 Tage hier lebte. Die immensen Kosten des Projekts sorgten zusammen mit Ludwigs weiteren Schlossbauten dafür, dass der Monarch sich zunehmend verschuldete, was letztlich auch zu seiner Absetzung als König und zu seiner Entmündigung geführt hatte. Unter bis heute unklaren Umständen starb er 1886 am Starnberger See. Ludwig betrachtete Schloss Neuschwanstein als privates Refugium und wäre es nach ihm gegangen, wäre es nie für die Öffentlichkeit zugänglich gewesen. Die Nachlassverwaltung des Königs öffnete es allerdings bereits sechs Wochen nach seinem Tod für Besucher, um mit den Eintrittsgeldern die Bauschulden Ludwigs II. auszugleichen. Die beiden Weltkriege im folgenden Jahrhundert überstand der Prachtbau ohne Schäden. Heute gilt er auf der ganzen Welt als beeindruckendes Sinnbild der Romantik und gehört zu den wichtigsten Touristenzielen in Deutschland. Bis zu 10000 Menschen kommen in der Hochsaison, während der Sommermonate, täglich hierher um dieses imposante Schloss zu bestaunen.

Märchenschloss
Die wichtigsten Räume

Von außen erinnert Neuschwanstein mit seinen vielen Türmen an eine mittelalterliche Burg. Das Schloss besteht aus mehreren einzelnen Bauwerken, die sich auf einer Länge von etwa 150 Metern auf der Spitze eines Felsenrückens erstrecken. Das auffälligste Gebäude auf der Hofebene ist der 45 Meter hohe Vierecksturm. Er besitzt eine umlaufende Aussichtsplattform, von der aus man grandiose Ausblicke über die umliegende Bergwelt genießen kann. Auf der westlichen Seite des Hofs steht das beeindruckende Palas, ein fünfgeschossiger Bau und das Haupt- und Wohngebäude von Schloss Neuschwanstein. Hier findet man die imposantesten Prunkräume. Allen voran der 27 mal 10 Meter große Sängersaal, der dem Sänger- und Festsaal der Wartburg nachempfunden wurde. Er ist pompös eingerichtet und wurde mit Malereien zu den Sagen Lohengrin und Parzival verziert. Eine lange Galerie und eine durch Arkaden gegliederte Bühne, die Sängerlaube, stechen in dem Raum besonders ins Auge. Für Ludwig war dieser Saal ein begehbares Denkmal der Ritter- und Minnekultur des Mittelalters. Heute finden hier übrigens jedes Jahr im September hochrangige Schlosskonzerte mit nationalen und internationalen Stars der klassischen Musik statt. Innerhalb dieses traumhaften Ambientes ist das ein echtes Highlight für alle Kulturfreunde.

Kaum weniger beeindruckend ist der 20 mal 12 Meter große Thronsaal, welcher der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz nachempfunden wurde. Farbige Arkadenstellungen umgeben drei Seiten des Raums, ein kunstvolles Mosaik schmückt den Boden und von der Decke hängt ein riesiger Leuchter, der an die byzantinische Krone erinnert. Der sakral wirkende Thronsaal stellte für Ludwig ein Sinnbild des Gottesgnadentums dar, also der absoluten Herrschergewalt. Neben den großen Prunksälen sind auch die kleineren Wohnräume des Schlosses sehr beeindruckend und kunstvoll und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet und gestaltet. Die Sagen- und Märchenwelt ist dabei an den Wänden allgegenwärtig. Beeindruckend ist außerdem die moderne Technik, die man im Schloss findet. So gab es hier bereits Ende des 19. Jahrhunderts Telefonleitungen, eine Klingelanlage für die Diener  und Toiletten mit automatischer Spülung.

Schloss Neuschwanstein ist ein Bauwerk von unvergleichlicher Schönheit, ein Sinnbild der Romantik und ein Sightseeing-Highlight, das man unbedingt gesehen haben muss.
Schloss Neuschwanstein

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  • Neuschwansteinstraße 20
    D-87645 Schwangau
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